30.07.2016 | Mönchengladbach, PV-Hagel-Schadentest ohne Demontage

Mönchengladbach, 93,84 kWp Hagelschadentest ohne Demontage

Mönchengladbach, 93,84 kWp Hagelschadentest ohne Demontage

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2016 war es in und um Mönchengladbach, Heinsberg, Viersen
und Erkelenz zu massiven Hageleinwirkungen auf Gebäude und Fahrzeuge gekommen.
Ebenfalls betroffen von extremen mechanischen Punkbelastungen durch große Hagelkörner waren
über 250 Photovoltaikanlagen im selbigen Großraum, einige mit sichtbaren Glasbruchschäden.

Verdeckte Zellbruch- oder Überspannungsschäden an den Solarmodulen bleiben jedoch meist
unentdeckt und führen in den nächsten Jahren zu Ertragsminderungen, die dann nicht mehr als
eindeutiger Versicherungsschaden zu belegen sind.

Durch unsere Erfahrungen aus bundesweit über 170 auf Hagelschäden untersuchten
Photovoltaikanlagen
lag die Vermutung nahe, dass weitere Module betroffen sind, die
allerdings ohne Glasbruch die Belastung überstanden hatten.

Die von uns untersuchte 93,84 kWp  PV-Anlage im innerstädtischen Bereich von Mönchengladbach 
wies von insgesamt 408 Modulen bei einer Dachbegehung keinerlei Glasbruch auf. Die nach Süden
aufgeständerten Solarmodule wurden OHNE Moduldemontage mit 3-Bein-Stativen auf der Dachfläche
einzeln gescannt und auf einem Kontrollmonitor direkt bewertet. Nur auffällige und betroffene Module
wurden mit der 14 Megapixel NIR Kamera für die Versicherung mit längeren Belichtungszeiten
aufgenommen, der Rest liegt als NIR-videostream vor.

Dadurch konnten die Prüfkosten noch einmal deutlich gesenkt werden.

Innerhalb von 4 Stunden wurden sämtliche Module bei Dunkelheit überprüft und auf einem Kontroll-
tablet vermerkt. Insgesamt wurden 22,5 % der Solarmodule nachweisbar durch Hageleinwirkung
beschädigt
. Darüber hinaus wurden 2 Module mit defekten bypass-Dioden identifiziert, sowie 6 weitere
Module mit herstellerbedingten Auffälligkeiten, die nun dem Garantiegeber übermittelt werden.

Somit stellt unser Messverfahren neben der Hagelschadendetektion einen umfassenden
Tiefenscan ALLER Module dar.


Um PV-Anlagen OHNE Moduldemontage auf Zellebene untersuchen zu können, setzen wir die Elektrolumineszenzmessung vor Ort ein. Dazu werden Einzelmodule bzw. ganze Modulstrings mit
einem speziellen Netzgerät nachts automatisiert bestromt. Aktive, nicht beschädigte Zellen bzw.
ganze Module emittieren dadurch eine schwache Strahlung im nahem Infrarotbereich (NIR), die
mit einer speziellen EL-Kamera aufgenommen werden kann.
Dabei erscheinen wie auf einem Röntgenbild die unbeschädigten/aktiven Zellbereiche hell, inaktive
oder beschädigte Zellen werden dunkel bis schwarz dargestellt (video).
War man bisher von der Annahme ausgegangen, dass solche Messungen nur in abgedunkelten
Laboratorien mit sehr teuren EL-Kameras durchgeführt werden können, sind seit einiger Zeit
praxiserprobte Messverfahren auf dem Markt, die eine Vermessung vor Ort OHNE Moduldemontage
ermöglichen.
Die Aufnahmen müssen allerdings bei Dunkelheit ohne Fremdlicht durchgeführt werden.
Zur ersten Übersicht setzen wir dazu vor Ort unser 15 Meter-Hochstativsystem, oder bei großen
Solarstromanlagen außerhalb geschlossener Ortschaften unseren speziellen EL-Flugroboter
AirLabONE ein.
Im Anschluss daran werden u.U. weitere Moduleinzelaufnahmen mit Dreibein- und/oder Leiter-
stativen auf dem Dach/vom Gerüst aus erstellt, die eindeutige Aussagen zu Zellbrüchen durch
Hageleinwirkungen geben können.
Da die Outdoor Elektrolumineszenzmessung bisher kein zertifiziertes Messverfahren darstellt,
sollte vor Beauftragung unbedingt geklärt werden, ob diese Messungen von der Versicherung
anerkannt werden. Wegen der deutlichen Kostenersparnis gegenüber der Moduldemontage mit Mobil-/Laborvermessung, erfahren wir versicherungsseitig jedoch eine sehr hohe Akzeptanz, zumal
die Gefahr von weiteren Kollateralschäden entfällt.

Weitere Informationen zur Weiterleitung an Ihre Versicherung finden Sie hier
Deutsche Version / Englische Version

Gerne überprüfen wir Ihre Photovoltaikanlage.

Neben der EL-Messung bieten wir zusätzliche Thermografieaufnahmen sowie PV-Kennlinien-
messungen an.

Nach der Schadensfeststellung entwickeln wir in Absprach mit Ihrem Versicherer Reparatur-/
Sanierungspläne um Ihre PV-Anlage schnell und kostenoptimiert wieder an das elektrische
Versorgungsnetz zu bringen.

Die Demontage, Teilmontage, Neumontage der defekten Bauteile erfolgt durch unsere eigenen
Serviceteams.

Darüber hinaus erstellt Herr Andreas Fladung als Sachverständiger für Photovoltaikanlagen (TÜV)
bundesweit Privat-, Versicherungs- und Gerichtsgutachten.

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